NeoHub: Constructor University erhält 560.000 Euro Bundesförderung für KI-Plattform zur Vernetzung von Forschung und Industrie

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Professor of Data-Driven Industrial Systems Dr.-ing. Hendro Wicaksono will lead the NeoHub project for Constructor University.
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Professor of Data-Driven Industrial Systems Dr.-ing. Hendro Wicaksono will lead the NeoHub project for Constructor University. (source: Constructor University)

Die richtige Partnerschaft zwischen Forschung und Industrie kann bahnbrechende Innovationen hervorbringen – wie mRNA-Impfstoffe oder das MP3-Format. Doch das Finden des passenden Partners stellt sowohl für Unternehmen als auch für Wissenschaftler*innen oft eine große Herausforderung dar. Ein neu gefördertes Projekt der Constructor University und ihres Industriepartners Neovation GmbH will dieses Problem mit „NeoHub“ lösen: Einer KI-gestützte Plattform, die schnell und intelligent optimale F&E-Partnerschaften für Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Deutschland identifiziert. Das auf 36 Monate angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit insgesamt 560.000 Euro gefördert.

„In großen und komplexen Volkswirtschaften wie der deutschen sind die versteckten Kosten von Innovationen, die aufgrund verpasster Chancen zwischen Industrie und Forschung nie zustande kommen, weit verbreitet und signifikant“, sagt Professor Dr.-Ing. Hendro Wicaksono, Professor für datengestützte industrielle Systeme an der Constructor University und Leiter des NeoHub-Projekts.

„Besonders in MINT-fokussierten Regionen wie Bremen werden viele vielversprechende Forschungsprojekte nicht realisiert, weil Forschende nicht den richtigen Industriepartner finden, um die Idee auf den Markt zu bringen. Umgekehrt haben Unternehmen in spezialisierten Bereichen wie der modernen Fertigung oder der Luft- und Raumfahrt oft Schwierigkeiten, ein Forschungsteam mit der passenden Expertise und den Ressourcen für ihre Innovationsbedarfe zu finden.“

Intelligentes Matching durch KI

NeoHub wird dieses Problem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Large Language Models (LLMs) und semantischer Modellierung lösen, um Forschungskapazitäten schnell und effektiv mit Marktbedürfnissen abzugleichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stichwort-basierten Suchwerkzeugen wird das intelligente Design von NeoHub in der Lage sein, die Bedeutung und den Kontext von Projekten und Anträgen zu verstehen. Dies ermöglicht es Nutzenden, ihre Herausforderungen oder Ideen in natürlicher Sprache zu beschreiben und maßgeschneiderte Empfehlungen zu erhalten, die Sprach- und Terminologiebarrieren überwinden.

Die Plattform richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland, die oft über begrenzte Netzwerke verfügen und Schwierigkeiten haben, geeignete Forschungskooperationen oder Fördermöglichkeiten zu finden. Ziel ist es, die Partnersuche für Expert*innen und Laien gleichermaßen schneller und intuitiver zu gestalten und neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu ebnen. In dynamischen Hightech-Sektoren wie dem Bremer Innovationsökosystem kann die Schnelligkeit und Stärke solcher Partnerschaften den Unterschied zwischen einer Milliardenbewertung und einem gescheiterten Vorhaben ausmachen.

NeoHub selbst ist eine Forschungspartnerschaft zwischen der Constructor University und der Neovation GmbH, einem Beratungsunternehmen, das KMU und Forschungseinrichtungen beim Aufbau hochkarätiger F&E-Konsortien unterstützt. „Mit NeoHub wollen wir eine der größten Innovationsbarrieren abbauen: das Finden der richtigen Partner zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Marco Sparovek, Geschäftsführer der Neovation GmbH. „Forschende benötigen reale Problemstellungen, um ihre Konzepte zu validieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stehen KMU oft vor Produkten oder Problemen, für deren Lösung ihnen die richtigen Kontakte oder Ressourcen fehlen. Wir sind überzeugt, dass NeoHub das Bindeglied sein kann, das beide Bedürfnisse zusammenführt.“

Neue Lösung für ein bekanntes Problem  

Für Prof. Wicaksono ist das Projekt eine Chance, genau das Werkzeug zu entwickeln, das er sich selbst als junger Forscher nach seiner Ankunft in Deutschland gewünscht hätte. „Als ich an der Constructor University anfing, hatte ich vielversprechende Ideen, aber Schwierigkeiten, Industriepartner für eine Zusammenarbeit zu finden. Das hat meine Möglichkeiten stark eingeschränkt, da viele Forschungsförderungen in Deutschland ein KMU als Industriepartner voraussetzen“, erklärt er. Wie unzählige Wissenschaftler*innen und Unternehmen investierte Prof. Wicaksono viel Zeit und Mühe in manuelle Suchen und persönliches Networking, um sich ein Forschungsnetzwerk aufzubauen und die Regeln der deutschen Forschungslandschaft zu verstehen. „Meine Hoffnung ist, dass NeoHub jungen Forschenden zeitnah Türen öffnen kann, für deren Öffnung ich selbst Jahre gebraucht habe“, sagt er.

Die vom BMWE bewilligten 560.000 Euro fließen – gemeinsam mit 280.000 Euro der Neovation GmbH, was einer Gesamtsumme von 840.000 Euro entspricht – in den nächsten drei Jahren in das Design und die Entwicklung des NeoHub-Plattform-Prototyps, wobei erste pilotfähige Elemente im Zweiten Jahr erwartet werden.

Die Constructor University ist für die Entwicklung der KI-gesteuerten Matching-Intelligenz verantwortlich, während die Neovation GmbH die Datenbasis, die Plattformarchitektur, die Integration und die Nutzertests leitet. Gemeinsam planen die beiden Partner eine praxisnahe Lösung, die für die deutsche innovationsgetriebene Wirtschaft von hoher Relevanz ist. 

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